Eine Evakuierung ordnen die Behörden an — du musst sie nicht selbst entscheiden. Deine Aufgabe ist die Vorbereitung: vorher wissen, was mitkommt, wohin ihr geht und wie ihr euch wiederfindet. Wer den Plan kennt, muss ihn im Ernstfall nicht erfinden.
So geht’s
- Notgepäck bereithalten: ein Rucksack pro Person, mit Essen und Trinken für 2 Tage. Alle im Haushalt wissen, wo die Rucksäcke stehen.
- Treffpunkt vereinbaren. Einen in der Nähe, falls ihr getrennt werdet — und ein Ziel außerhalb, etwa bei Verwandten oder Freunden.
- Kontaktliste auf Papier: die wichtigsten Nummern handschriftlich, in jedem Rucksack.
- Vor dem Verlassen der Wohnung: Wasser und Gas zudrehen, Elektrogeräte vom Strom trennen, verderbliche Lebensmittel aus dem Kühlschrank, abschließen.
- Auf der Route: Fahre die empfohlenen Strecken — andere können blockiert sein. Nimm eine Papierkarte mit, Navigationsgeräte können ausfallen.
- Haustiere einplanen: Notunterkünfte nehmen oft keine Tiere auf. Kläre vorher, wo dein Tier unterkommt.
Gut zu wissen
- Bleiben ist der Normalfall. Verlasse dein Zuhause nur, wenn die Behörden es anordnen oder eine akute Gefahr besteht.
- Kehre nie ohne amtliche Freigabe zurück — auch wenn scheinbar alles ruhig ist.
- Sprich den Plan mit allen durch, auch mit den Kindern. Einmal gemeinsam durchgehen nimmt mehr Angst, als es macht.
- Die Dokumentenmappe mit Ausweisen, Verträgen und Kopien gehört griffbereit zum Notgepäck — dazu ein USB-Stick mit Scans.
- Für den Konfliktfall gilt zusätzlich: Trage neutrale Kleidung, nichts in Tarnfarben. Halte deinen Ausweis bereit und folge den Anweisungen an Kontrollstellen ruhig.
Wann du Hilfe holst
Im Zweifel: 112. Der Notruf ist für echte Notfälle da. Für alles andere gilt: Leitungen frei halten und „Ich bin sicher“ per SMS melden.
