In Deutschland gibt es keine öffentlichen Schutzräume mehr, die dir zugewiesen werden. Dein Schutzort ist der beste Ort, den du schnell erreichen kannst. Den suchst du dir heute in Ruhe aus — nicht erst im Ernstfall.
So geht’s
- Am besten: tief und massiv. Keller, Tiefgarage oder U-Bahn-Station. Erdreich und dicke Wände schirmen ab.
- Kein Keller erreichbar? Nimm einen innenliegenden Raum ohne Fenster: Flur, Bad oder Treppenhaus.
- Die Merkregel: mindestens 2 Wände zwischen dir und draußen. Die äußere Wand fängt die Wucht, die zweite fängt Splitter.
- Meide das Dachgeschoss. Nutze keine Aufzüge.
- Unterwegs: Geh in öffentliche Gebäude wie Schulen, Museen oder Tiefgaragen. Halte Abstand zu Eingängen, Fenstern und Glasflächen.
- Geh den Weg einmal ab. Zeig deinen Schutzort allen im Haushalt.
Gut zu wissen
- Draußen ohne Gebäude in der Nähe: Ein Graben oder eine Mauer sind die Notlösung — besser als offenes Gelände.
- Achtung, wichtige Ausnahme: Bei Gasgeruch oder einem Chemie-Unfall gehst du nicht in den Keller, sondern nach oben. Diese Gase sind schwerer als Luft und sammeln sich unten. Der Keller schützt vor Explosionen und radioaktiven Stoffen — nicht vor Gasen.
- Mit etwas Zeit kannst du deinen Raum verbessern: Fenster von innen mit Sandsäcken oder Möbeln abdecken, an einer tragenden Wand bleiben.
- Kläre auch die Anlaufstellen deiner Gemeinde: Rathaus und Notfalltreffpunkte sind die Orte, an denen du im Krisenfall Hilfe und Informationen bekommst. Frag nach, wo sie sind — bevor du sie brauchst.
- Bestimme deinen Schutzort auch für Orte, an denen du oft bist: Arbeit, Schule, Einkaufszentrum. Ein kurzer Blick beim nächsten Besuch reicht.
Wann du Hilfe holst
Im Zweifel: 112. Heulen die Sirenen, schalte Radio oder Warn-App ein und folge den amtlichen Anweisungen. Bei Verletzten ruf den Notruf.
